Kaltern nach Molveno, 1.700 Höhenmeter, 65 Kilometer.
Ein kleiner Nachtrag zum gestrigen Tag: Nach einem ausgiebigen Abendessen, bestehend aus Spaghetti Vongole und Pizza, besuchten wir das Dorfzentrum von Kaltern, dessen langer Donnerstag für gute Laune sorgte – mit Musik, traditionellen Tänzen, kulinarischen Spezialitäten – und langen Öffnungszeiten für alle Geschäfte. „So einfach kann das Glück sein“, dachten wir uns auf dem Weg zur Eisdiele.
Kommen wir nun aber zum Freitag. Aufstehen wie immer um 7:00 Uhr, heute mit Blick vom Balkon auf den Kalterer See, der sich bei Sonnenschein und 18 Grad Lufttemperatur von seiner schönsten Seite zeigte. Das Frühstück nahmen wir in Gesellschaft unserer großen Alpencross-Gruppe zu uns. Interessant übrigens, wie sich hier in den vergangenen Tagen eine tolle Gruppendynamik und ein Zusammenhalt untereinander entwickelt hat. Notiz zum Frühstück: das beste Frühstück seit Beginn der Transalp.
Die Abfahrt begann gegen 9:30 Uhr am Hotel. Auffahrt wäre der passendere Begriff, denn es ging zunächst bergauf. Ungünstig, so kurz nach dem Frühstück, aber wir hatten keine Wahl. Wellenförmig schlängelte sich der Weg die erste Stunde auf und ab am Hang lang in Richtung Etschtal. Nach ein paar tollen Trails und großartigen Panorama-Blicken ging es zunächst nicht mehr weiter. Wir befanden uns vor einem Wanderweg, der nicht befahrbar war. Das bedeutete: 25 Minuten das Rad bergab tragen. Diese durchaus anspruchsvolle Strecke mit den Radschuhen hinunter zu laufen, wäre bereits als gefährlich einzustufen, ganz zu schweigen vom Tragen eines Fahrrads. Unversehrt überstanden hat es jedoch zum Glück jeder von uns.
Dann ging es weiter bergab ins Etschtal, 15 Kilometer flach am Fluss entlang zum ersten Stopp des Tages: Espresso! Das hat sich mittlerweile auch schon ritualisiert. Anschließend fuhren wir etwas kreuz und quer in die vorletzte Steigung des Tages auf einer leichten Straße mit 6-7% Steigung in Richtung Molveno. Oben ein kurzer Zwischenstopp in für die Zeit des Verzehrs eines Paninis und dann stand uns die letzte Rampe des Tages bevor: 600 Höhenmeter auf Schotter und Beton mit Zwischenstücken bis zu 19% Steigung. Eine ganz schöne Herausforderung zum Ende der Etappe. Aber die Fahrt an einem Bach entlang durch den Wald im Schatten des Brenta Massivs war toll genauso wie das Panorama auf der Kuppe. Anschließend fuhren wir auf Waldwegen und einigen Trails runter nach Molveno. Die Überraschung hier: Der Ort liegt an einem wundervollen Bergsee. Bei Sonnenschein und 25 Grad gönnten wir uns zur Abrundung noch einen Aperol-Spritz am Seeufer. Danach gab es ein zünftiges Radfahrer-Abendessen mit Salat, Pasta, Pizza und Panna Cotta. Das beste Essen der gesamten Tage.
Den Abend beendeten wir satt, glücklich und voller Vorfreude auf den letzten Tag: Tremalzo steht auf dem Programm.